Podcast "Entwicklungsbegleitung – kurz und gut"
Das größte Geschenk, das wir Kindern machen können, sind wir selbst.
Kinder möchten mit uns eine echte Beziehung eingehen,
sie haben kein Interesse an perfekten Erwachsenen,
die immer alles richtig machen wollen.
Lienhard Valentin
In diesem Podcast möchte ich dieses Geschenk der Erwachsenen an die Kinder genauer beleuchten.
Er ist gedacht für alle Menschen, die mit Kindern zu tun haben, und ihre Kompetenzen im Umgang mit Kindern erweitern wollen – beruflich oder privat.
Der Podcast kann unterstützend wirken in der Familie genauso wie im pädagogischen oder therapeutischen Alltag.
Ich, Waltraut Doering, habe mit meinem verstorbenen Ehemann Winfried gemeinsam die Entwicklungsbegleitung entwickelt und möchte sie jetzt in diesem Podcast im Gespräch mit Michael Wingenfeld weitergeben.
Musik/Sound: Simon Oelsner
Bildideen: Maike Bialek
Gestaltung und Technik: Michael Wingenfeld
Gedankenspiele – 1.2 Jahreswechsel
Dauer: 27:30 Minuten
In diesem Podcast blicken Waltraut Doering und Michael Wingenfeld auf die Entstehung der ersten Podcast-Reihe „Grundlagen der Entwicklungsbegleitung“ zurück und stellen die zweite Reihe „Entwicklungsbegleitung in der Praxis“ vor. Im Ausblick auf das Jahr 2026 spielen auch die Sonderpodcasts zu den Fortbildungen und weitere Themen eine Rolle.
Besonders wichtig ist den Gesprächspartnern aber auch, wie sie vor dem Hintergrund der Entwicklungsbegleitung mit „guten Vorsätzen“ für das neue Jahr umgehen wollen. Was bedeutet es, wenn Vorsätze meist nur für kurze Zeit wirksam sind? Und was wäre eine Möglichkeit, es 2026 mal anders zu machen?
Grundlagen – 1.10 In-Stabilität
“Sei du die Veränderung, die du dir von der Welt wünschst” (Mahatma Gandhi)
Dauer: 36:41 Minuten
Entwicklung geschieht im ständigen Wechselspiel von Stabilität und Instabilität. Stabilität bedeutet Sicherheit, Orientierung, vertraute Strukturen und die Möglichkeit, Fähigkeiten zu festigen. Doch ohne Phasen der Instabilität – Momente der Unsicherheit, des Ausprobierens und der Veränderung – ist keine Weiterentwicklung möglich. Dieses Prinzip zeigt sich besonders deutlich in der frühen Kindheit: Kinder benötigen zunächst Geborgenheit und verlässliche Bindung, um Mut zu fassen und Neues zu erkunden. Sobald Vertrauen entsteht, wächst die Neugier und der Wunsch, sich von den Bezugspersonen zu lösen und eigene Erfahrungen zu sammeln.
Erwachsene spielen dabei eine wichtige Rolle: Sie sollen Kindern sowohl Schutz als auch Raum für Abenteuer geben, sie ermutigen und zugleich als sicherer Rückhalt verfügbar bleiben. Werden Kinder zu stark begrenzt oder zu früh sich selbst überlassen, gerät dieses Gleichgewicht ins Wanken und Entwicklung wird erschwert.
Das Prinzip gilt in allen Bereichen – Bewegung, soziale Beziehungen und Lernen. Jeder Fortschritt erfordert, alte Sicherheiten loszulassen und Fehler als natürlichen Teil des Lernens zu akzeptieren. Entwicklung bedeutet Veränderung – und diese beginnt immer bei einem selbst, getragen von der Bereitschaft, gewohnte Wege zu verlassen und Neues zu wagen.
Grundlagen – 1.9 Verhalten
“Beurteile nie einen Menschen, bevor du nicht mindestens einen halben Mond lang seine Mokassins getragen hast.” (Indianische Weisheit)
Dauer: 27:54 Minuten
Wir Menschen handeln immer aus unserer eigenen Sicht heraus. Was für andere vielleicht unverständlich wirkt, ergibt aus unserer inneren Logik heraus Sinn. Unsere Erfahrungen, Gefühle und die Art, wie unser Gehirn organisiert ist, bestimmen, wie wir die Welt wahrnehmen – und wie wir reagieren. Das gilt besonders für Kinder. Sie planen ihr Verhalten oft nicht bewusst, sondern reagieren aus dem heraus, was sie im Moment brauchen: Sicherheit, Nähe, Orientierung oder einfach Verständnis.
Wenn wir Kinder begleiten, lohnt es sich, innezuhalten und neugierig zu fragen: Was könnte dieses Verhalten sagen wollen? Wie fühlt sich das Kind gerade? Dieser Perspektivwechsel macht den Umgang leichter. Statt schnell zu beurteilen, dürfen wir versuchen zu verstehen. Wir müssen nicht alles gutheißen – aber wir können aufmerksam hinsehen und spüren, was hinter einem Verhalten steckt.
Natürlich gibt es Situationen, in denen wir eingreifen müssen, weil Schutz und Sicherheit Vorrang haben. Doch selbst dann bleibt es wichtig, dem Kind zu zeigen: Ich sehe dich. Du bist mir wichtig.
Mit Ruhe, Empathie und echtem Interesse entsteht ein Dialog, der beiden Seiten guttut. So wird Verhalten nicht als Störung betrachtet, sondern als Botschaft. Jedes Kind ist einzigartig – und jede Begegnung lädt uns ein, neu hinzuschauen, zu lernen und gemeinsam Wege zu finden.
Gedankenspiele – 1.1 Was schenken wir unseren Kindern?
Dauer: 23:53 Minuten
Dieser Podcast wurde inspiriert von dem Buch von André Stern und Gerald Hüther: Was schenken wir unseren Kindern.
Dieses Buch erinnert uns daran, worum es beim Schenken eigentlich geht. In der Adventszeit geraten wir leicht in diesen Strudel aus Konsum, Vergleichen und Erwartungen. Hüther und Stern sagen: Das größte Geschenk ist nicht das, was unter dem Baum liegt, sondern das, was zwischen uns entsteht – Beziehung, Vertrauen, echtes Dasein.
Es fällt uns schwer, weniger oder anders als bisher zu schenken, weil wir Liebe ausdrücken wollen – und oft glauben, das gelingt am besten mit vielen Dingen. Wir haben Angst, dass es nicht reicht, einfach da zu sein. Hüther zeigt sehr schön: Wenn wir schenken, um unsere eigene Unsicherheit zu beruhigen, entsteht Druck. Wenn wir schenken, um zu verbinden, entsteht Vertrauen.
Schenken ist ein Beziehungsangebot. Wenn wir schenken, sagen wir eigentlich: ‚Ich möchte dir nahe sein.‘ Und das kann man mit Dingen tun, aber noch besser mit Zeit, Aufmerksamkeit und Herzenswärme. Dazu sind besonders geeignet: gemeinsame Erlebnisse, persönliche Erinnerungsstücke oder regelmäßig gepflegte Rituale.
Entscheidend ist nicht der Aufwand, sondern die Haltung. Weihnachten lädt ein, echte Verbindung zu schaffen und Kindern durch Aufmerksamkeit und Präsenz Geborgenheit zu schenken.
Grundlagen – 1.8 Spielen
“Der Weg ist das Spiel.” (gefunden in einem Kindergarten)
Dauer: 37:18 Minuten
Spielen ist ein zentraler Bestandteil menschlicher Entwicklung und weit mehr als bloßer Zeitvertreib. Es eröffnet einen Erkundungsraum, in dem Menschen – besonders Kinder – das Mögliche entdecken können, statt nur zielgerichtet zu handeln. Gerade das freie, selbstbestimmte Spiel fördert Kreativität, Fantasie und die Fähigkeit, Dinge umzudeuten. Dabei können Materialien und Umgebung vielfältig genutzt werden, besonders in naturnahen Räumen, die keine festen Funktionen vorgeben.
Im freien Spiel lernen Kinder motiviert und mit Begeisterung. Sie dürfen Fehler machen, ausprobieren und eigene Lösungen finden – eine Grundlage für Kreativität und lebenslanges Lernen. Gleichzeitig entstehen wichtige neuronale Verbindungen: Durch Erfahrungen, die gelingen, wird das Gehirn in seiner Vernetzung gestärkt und die Entwicklung gefördert. Spielen wirkt sich zudem positiv auf Emotionen aus, da es Sicherheit, Freude und Geborgenheit ermöglicht und Ängste reduziert.
Auch in sozialen Kontexten spielt das Spiel eine bedeutende Rolle: Es erleichtert das Ankommen in Gruppen, ermöglicht unkomplizierten Kontakt und stärkt das Miteinander. Erwachsene sollten Kindern dabei mit Offenheit, Vertrauen und eigener Spielfreude begegnen, ohne sie zu lenken. Stattdessen sollten sie sie unterstützend und aufmerksam begleiten. Spielen ist somit eine Königsdisziplin des Lernens – und eine Fähigkeit, die Menschen ein Leben lang bereichern kann.
Fortbildungen – 1.3 Viertes bis sechstes Lebensjahr
Wenn du Menschen in ihrer Entwicklung begleiten willst,
sieh’ den Menschen als Ganzes,
aber achte auch auf die Details, sie machen ihn einzigartig.
(Waltraut Doering)
Dauer: 25:57 Minuten
Die Grundlagen für die Persönlichkeitsentwicklung sind gelegt, jetzt geht es um die Ausdifferenzierung. „Wer bin ich, was kann ich?“ Jetzt braucht das Kind mehr denn je Herausforderungen, an denen es wachsen kann. Manchmal braucht es auch Hilfe und Unterstützung, aber erforschen muss es die Welt selbst.
Das Bild vom Selbst und von der Welt wird komplexer. Dies wird besonders durch die weitere Vernetzung des Frontalhirns möglich. Im Mittelpunkt steht das Spiel. Aus den Symbolspielen des Kleinkindes werden Rollenspiele, die den Umgang mit der eigenen Identität („wer bin ich?“) in den Mittelpunkt stellen.
Grundlagen – 1.7 Dialog
“Dialog ist der Weg, auf dem wir uns selbst und die Welt gemeinsam entwickeln. Im echten Dialog gibt es kein Ziel, nur gemeinsames Erkunden.” (David Bohm)
Dauer: 32:13 Minuten
Der Dialog spielt in der Entwicklungsbegleitung eine zentrale Rolle: Er ist sowohl Ursprung als auch Weg der persönlichen Entwicklung. Er bildet die Grundlage, auf der Wachstum möglich wird, und zugleich den Prozess, durch den Menschen – besonders Kinder – sich gemeinsam mit anderen entfalten. Echten Dialog zeichnet aus, dass er kein festes Ziel verfolgt, sondern ein offenes, gemeinsames Erkunden darstellt. Dabei begegnen sich beide Partner als gleichwertige Subjekte.
Dialog bedeutet weit mehr als verbale Kommunikation. Er umfasst auch nonverbale Ebenen wie Körpersprache, Mimik und emotionale Resonanz. Wesentliche Voraussetzungen sind Offenheit, Akzeptanz und Empathie – die Fähigkeit, sich in das Gegenüber einzufühlen und dessen Perspektive zu verstehen. Im Unterschied zu einer Diskussion geht es im Dialog nicht darum, zu überzeugen oder recht zu behalten, sondern darum, gemeinsam zu verstehen und neue Möglichkeiten zu entdecken.
Entscheidend ist, dass das Kind vom Erwachsenen nicht als Objekt behandelt wird, sondern als aktiver Partner, dessen Bedürfnisse und Gefühle wahrgenommen und ernst genommen werden.
Dialog ist keine Methode, die man erlernt, sondern eine innere Haltung. Sie beruht auf Respekt, Achtsamkeit und der Bereitschaft, sich im Kontakt mit dem anderen verändern zu lassen. So wird der Dialog zum Fundament gelingender Beziehung und Entwicklung.
Grundlagen – 1.6 Körper und Bewegung
“Erst wenn ich in meinem Körper zuhause bin, bin ich auch in der Welt zu Hause.” (Autor unbekannt)
Dauer: 40:00 Minuten
Körper und Bewegung sind zentrale Elemente menschlicher Entwicklung und Ganzheit. Schon vorgeburtlich fördern Bewegungen die Gehirnvernetzung, und auch nach der Geburt sind sie grundlegend für die kindliche Entwicklung. Emmi Pikler, eine ungarische Kinderärztin, betonte die Bedeutung freier Bewegung in einer sicheren, stabilen Umgebung – sie schenkt Kindern Freude und Selbstvertrauen.
Begeisterung beim Bewegen aktiviert das limbische System, was laut Gerald Hüther „Dünger fürs Gehirn“ freisetzt.
Entwicklungsbegleiter*innen schaffen daher Räume, in denen Kinder sich frei und mit Freude bewegen können. Sie beobachten die individuellen Bewegungs- und Wahrnehmungsbedürfnisse des Kindes und unterstützen es gezielt, ohne Übungen vorzugeben.
Körpernahe Wahrnehmungen wie Gleichgewicht, Tiefenwahrnehmung und Hautwahrnehmung stehen in direktem Zusammenhang mit der Motorik. Um Sicherheit zu empfinden, brauchen Kinder „Umhüllung“ und Halt, ähnlich wie im Mutterleib. Erst aus dieser Geborgenheit heraus entsteht Lust auf Bewegung und Weiterentwicklung.
Fortbildungen – 1.2 Die ersten 3 Lebensjahre
Wenn du Menschen in ihrer Entwicklung begleiten willst,
vertraue dir und vertraue ihnen,
dann gibt es eine gute Grundlage für eine positive Entwicklung.
(Waltraut Doering)
Dauer: 30:50 Minuten
Mit der Geburt tritt das Kind in eine völlig neue Welt ein. Es kann die in den neun Monaten im Mutterleib aufgebauten Strukturen nicht unmittelbar umsetzen, weil die Bedingungen anders sind.
Wie gelingt der Übergang vom Mutterleib in die Welt? Was braucht der Säugling in den ersten Monaten? Wie entsteht Bindung? Und was muss geschehen, wenn das kleine Kind vom Schoß der Mutter in den Schoß der „Mutter Erde“ wechselt und die Welt erobern will?
Von „Ich brauche deinen Halt und Nähe“ bis „Ich kann alleine“. Vom tonisch-emotionalen Dialog zu den Spielen der Rückversicherung.
Grundlagen – 1.5 Grundbedürfnisse
„Das zentrale Bedürfnis des Menschen ist es, zu lieben und geliebt zu werden, und gleichzeitig sein eigenes Wesen zu bewahren.“ (Carl Rogers)
Dauer: 44:20 Minuten
Der Mensch hat zwei grundlegende Bedürfnisse: Verbundenheit (Geborgenheit, Zuwendung, Sicherheit) und Autonomie (Eigenwirksamkeit). Beide sind schon vor der Geburt vorhanden: Der Fötus ist mit der Mutter verbunden, wächst jedoch eigenständig. Nach der Geburt liegt es an den Bezugspersonen, diese Bedürfnisse weiter zu erfüllen – besonders durch intuitive Fürsorge, was heute nicht immer selbstverständlich ist. In der frühen Bindungsphase geht es um emotionalen und körperlichen Kontakt (tonisch-emotionaler Dialog). Später zeigt sich das Bedürfnis nach Autonomie, wenn Kinder beginnen, sich selbständig zu bewegen. Dabei suchen sie immer wieder Rückversicherung durch die Bezugsperson (Spiele der Rückversicherung) – ein Spiel der Balance zwischen Nähe und Eigenständigkeit. Diese Balance bleibt lebenslang bedeutsam. Sprachlich zeigt sich das bei kleinen Kindern in Aussagen wie „Ich alleine!“ oder „Hilf mir!“. Besonders in Übergangsphasen brauchen Kinder gezielte Begleitung. Wie Goethe sagte: Kinder brauchen Wurzeln (Verbundenheit) und Flügel (Autonomie).
Grundlagen – 1.4 Gefühle
“Emotionen sind nicht das Gegenteil von Vernunft. Sie sind eine notwendige Voraussetzung für rationales Denken.” (Antonio Damasio)
Dauer: 31:00 Minuten
Gefühle sind keine Gegenspieler der Vernunft, sondern deren Grundlage. Neurowissenschaftler wie Gerald Hüther und Antonio Damasio u. a. zeigen, dass jeder Gedanke und jede Entscheidung mit Gefühlen verknüpft ist. Diese entstehen im limbischen System noch bevor sie ins Bewusstsein dringen und beeinflussen unser Verhalten, Lernen und unsere Beziehungen.
Besonders Kinder handeln oft aus emotionalen Bedürfnissen heraus, lange bevor sie ihr Verhalten rational erklären oder kontrollieren können.
Entwicklungsbegleiter*innen müssen nicht nur auf die Gefühle der Kinder achten, sondern auch auf ihre eigenen. Einfühlungsvermögen und authentische Zuwendung helfen Kindern, emotionale Sicherheit zu erleben und sich zu entwickeln. Nur wenn ein Grundbedürfniss wie Geborgenheit erfüllt ist, können Kinder Regeln annehmen und lernen. Gefühle wie Neugier oder Angst prägen das Lernen entscheidend. Erwachsene sollten ihre eigenen Gefühle reflektieren, um Kinder wirklich verstehen und begleiten zu können.
Fortbildungen –1.1 Grundlagen der Entwicklung und Beziehung
“Wenn du Menschen in ihrer Entwicklung begleiten willst,
denke daran,
dass deine Wahrnehmungen deine eigene Konstruktionen sind.”
(Waltraut Doering)
Dauer: 25:55 Minuten
Jedes Kind entwickelt sich im Wechselspiel zwischen Verbundenheit und Wachstum, zwischen Geborgenheit und Autonomie, zwischen Grenzen und Freiheit, zwischen Stabilität und Instabilität. All das geschieht in einer inneren Selbstorganisation und wird dem Kind nicht beigebracht.
Aber damit das gut gelingen kann, müssen bestimmte (Umgebungs-) Bedingungen gegeben sein.
Was sind günstige Bedingungen und wie können die Erwachsenen sie schaffen?
Fortbildungen – 1.0 Überblick Kurse 1 - 6
Ziel dieser Fortbildungsreihe ist die Erweiterung der fachlichen Kompetenzen im Umgang mit Säuglingen, Kleinkindern und Kindern. Die Teilnehmer*innen eignen sich Wissen über die Entwicklung von Kindern an, um es dann praxisbezogen einzusetzen.
Der Gewinn ist, zu erkennen, wie sich die Entwicklungsschritte individuell zeigen und eine eigene Antwort darauf genauso individuell geben zu können. So kommen die Erwachsenen gemeinsam mit den Kindern von der Erziehung zur Beziehung und zu einem gemeinsamen Wachstum.
Es geht darum, eine Balance zwischen persönlichem Wachstum und beruflicher Entwicklung zu finden.
Mit praktischen Übungen, innovativen Methoden und Fallbesprechungen bieten wir Räume, in denen sowohl berufliche als auch persönliche Bedürfnisse Platz finden. Unsere Ansätze fördern neue Perspektiven und aktivieren das Potential der Teilnehmenden.
Grundlagen – 1.3 Haltung
“Das erste Wirkende eines Menschen ist sein SEIN, das zweite, was er tut und das dritte erst, was er redet.” (Romano Guardini)
Dauer: 27:15 Minuten
Entwicklungsbegleitung ist keine Methode, sondern eine Haltung, die sich aus unserem Selbst- und Weltbild formt. Entscheidend ist unser „Sein“, nicht nur unser Tun oder Sprechen.
In der Begleitung von Kindern bedeutet Haltung, das Kind als Ganzes zu sehen – mit Körper, Seele und Geist – und nicht auf Probleme oder Fähigkeiten zu reduzieren. Jedes Verhalten eines Kindes hat für dieses einen Sinn. Indem wir gelungene Situationen betrachten, können wir erkennen, welche Bedürfnisse – z. B. nach Verbundenheit oder Eigenwirksamkeit – erfüllt oder unerfüllt sind. Statt sofort zu reagieren, hilft ein innerer Schritt zurück: Was löst das Verhalten in mir aus?
Haltung heißt, in den Dialog zu gehen – nicht das Kind zu verändern, sondern Beziehung zu gestalten.
Grundlagen – 1.2 Wirkung
“Kinder kann man nicht erziehen, sie machen einem sowieso alles nach.” (Autor unbekannt)
Dauer: 26:50 Minuten
Nicht das, was ein Erwachsener vom Kind will, wirkt auf dessen Entwicklung, sondern wie er sich selbst verhält – und dieses Verhalten entspringt seiner inneren Haltung. Deshalb ist es in der Entwicklungsbegleitung entscheidend, dass Erwachsene sich ihrer eigenen Wünsche und Ziele bewusst sind, diese aber im Kontakt mit dem Kind zunächst zurückstellen und offen für dessen Signale bleiben.
Gerald Hüther betont, dass Kinder nicht als formbare Objekte betrachtet werden dürfen. Alles, was sie zur Entfaltung brauchen, ist bereits in ihnen angelegt – Erwachsene sollten lediglich fördernde Bedingungen schaffen. Dieser Gedanke findet sich auch bei Pädagog*innen wie Montessori oder Fröbel.
Zentrale Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung ist die Erfüllung der Grundbedürfnisse nach Verbundenheit und Autonomie. Kinder brauchen Zuwendung, Akzeptanz und gleichzeitig Raum für Selbstwirksamkeit und Herausforderungen.
Entwicklungsbegleitung gelingt besonders dann, wenn Begleiter*innen ihre Haltung reflektieren, offen auf Kinder reagieren und bereit sind, gemeinsam mit ihnen zu wachsen. Veränderung beim Kind beginnt mit Veränderungsbereitschaft beim Erwachsenen.
Grundlagen – 1.1 Entwicklungsbegleitung
“Wenn du Menschen in ihrer Entwicklung begleiten willst, dann versuche nicht, sie zu verändern oder ihnen etwas beizubringen, sondern wecke ihre Neugier und ihren Wunsch nach Veränderung und Entwicklung.”
(Waltraut Doering)
Dauer: 25:29 Minuten
Ein wichtiger Aspekt in der Entwicklungsbegleitung ist, dass die Erwachsenen die Kinder nicht wie Objekte behandeln und versuchen, sie nach ihren Vorstellungen zu formen, sondern sich gemeinsam mit ihnen auf eine Reise der Entdeckung und Entwicklung begeben.
In der Zusammenarbeit von meinem verstorbenen Mann Winfried Doering und mir ist die Entwicklungsbegleitung aus unserer Praxis heraus entstanden. Die von uns begleiteten Kinder haben uns durch ihre Fragen und Verhaltensweisen herausgefordert, unsere Vorgehensweisen immer wieder in Frage zu stellen und uns so mit ihnen gemeinsam weiterzuentwickeln.
Entwicklungsbegleitung ist eine Haltung, die von der Individualität jeder Person und der Besonderheit jeder Situation ausgeht.
Die drei Säulen, auf die sich diese Haltung gründet, sind
- systemisch-konstruktivistische Sicht- und Handlungsweisen
- die Erkenntnisse des Neurobiologen Gerald Hüther
- die psychomotorische Praxis von Bernard Aucouturier
Grundlagen - 1.0 Waltraut Doering
„Kinder müssen mit Erwachsenen sehr viel Nachsicht haben.“
(Antoine de Saint-Exupéry)
Dauer: 18:23 Minuten
Dieser Satz aus dem Buch “Der kleine Prinz” ist mir in den 1970er Jahren begegnet und er hat mich stark beeinflusst in Bezug auf den Umgang mit meiner eigenen Tochter und in Bezug auf die Betrachtung meiner eigenen Kindheit.
In dieser Podcastfolge stelle ich den Weg von mir und meinem verstorbenen Ehemann Winfried Doering dar, der zu Entstehung der Entwicklungsbegleitung für Kinder führte. Ein Weg, an dem viele interessante Menschen beteiligt waren.
Die stärksten Einflüsse in diesem Prozess gingen allerdings von den Kindern aus, die wir begleiteten, weil sie uns durch ihre Fragen und durch ihr Verhalten ständig herausforderten, uns selbst weiterzuentwickeln.