BemerkensWERT

Wirklich bemerkenswert ist nicht,
was ein Mensch leistet, sondern
was ihn innerlich bewegt.
Viktor Frankl

Viktor Frankl lädt genau zu dieser stillen Tiefe ein: hinzuschauen, was einen Menschen innerlich bewegt, ohne zu bewerten, ohne zu drängen.
Gerade heute wirkt seine Haltung fast wie ein Gegenpol zur Beschleunigung:
nicht optimieren, nicht erklären, sondern wahrnehmen.
Das wirklich Bemerkenswerte zeigt sich dann oft ganz leise – im Sinn, den ein Mensch seinem Erleben gibt.

Ich möchte in dieser Rubrik bemerkenswerte Texte, Filme, Bücher, die mir “über den Weg laufen” an euch weitergeben. Vielleicht hält ja die eine oder der andere von euch es auch für wert, wahrgenommen oder beachtet zu werden.

Stiefmuetterchen in Beton

Herr Bachmann und seine Klasse

Ein Film von Maria Speth.

Dieser “Film” ist eine mehr als dreistündige Dokumentation des Schulalltags von einem Lehrer und seiner bunt gemischten Klasse.
Ich finde das, was dort gezeigt und berichtet wird, wirklich bemerkenswert.

Bundeszentrale für politische Bildung
https://www.bpb.de/mediathek/video/522291/herr-bachmann-und-seine-klasse/

https://www.youtube.com/watch?v=4i3c0r-3FI8

Entwicklungsbegleitung Doering gegen rechts

Die Herausforderungen, die mit dem Erstarken rechtsextremer Tendenzen einhergehen, erfordern nicht nur politisches Engagement, sondern auch einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel. In diesem Kontext spielt die Entwicklungsbegleitung Doering eine wichtige Rolle. Dieser vielschichtige Ansatz vereint Erkenntnisse aus verschiedenen Theorien und Methoden, um eine umfassende und individuell angepasste Unterstützung zu bieten. Der Doering-Ansatz basiert auf drei Säulen: Systemisch-konstruktivistische Grundlagen, die Einheit von Körper, Seele und Geist, verbunden mit der psychomotorischen Praxis Aucouturier, sowie hirnorganische Forschungen. Ein wichtiger weiterer Faktor ist die Balance der beiden Grundbedürfnisse eines Menschen (Verbundenheit und Autonomie), um Angst und Unsicherheit zu reduzieren.

Wir stehen an einem Wendepunkt! Jeden Tag sehen wir, wie Angst und Unsicherheit in unserer Gesellschaft zunehmen. Es ist Zeit, mutig zu handeln und einen Weg zu wählen, der nicht nur auf Protest basiert, sondern auch auf basaler persönlicher Entwicklung. Mit der Entwicklungsbegleitung Doering haben wir die Chance, uns und unsere Gesellschaft grundlegend zu verändern. Es geht um mehr als nur politisches Engagement; es geht um die Transformation unseres Bewusstseins und unserer Herzen. Lasst uns gemeinsam die Grundlagen für eine inklusive und tolerante Gesellschaft schaffen, in der sich jeder sicher und verbunden fühlt und durch Eigeninitiative zum Gelingen des Ganzen beitragen kann.

Die Entwicklungsbegleitung Doering bietet nicht nur die Möglichkeit, sich aktiv gegen rechtsextreme Strömungen zu stellen, sondern auch die eigene Haltung zu stärken und im Einklang mit den eigenen Werten zu leben.

Jetzt ist der Moment, in dem Deine Stimme und Dein Handeln zählt! Entdecke, wie Du persönlich zum gesellschaftlichen Wandel beitragen kannst! Informiere Dich über die Entwicklungsbegleitung Doering und nutze die Chance, einen positiven Wandel in Deinem Umfeld zu bewirken. Lasst uns gemeinsam “laut gegen rechts” werden und eine Welt voller Liebe, Verständnis und Respekt gestalten.

Der Suchende

Ein Mann folgte seiner Eingebung und machte sich auf den Weg nach Kammir. Kurz vor dem Dorf fiel ihm ein Hügel auf, der ihn neugierig machte. Durch ein Bronzetor trat er in ein Areal ein mit wunderschönem Grün, Bäumen, zauberhaften Blumen, Vögeln und vielen größeren und kleineren Steinplatten. Der Suchende bemerkte, dass er sich auf einem Friedhof befand. Er las die Inschrift auf dem ersten Stein:

Abdul Tareg, lebte 8 Jahre, 6 Monate, 2 Wochen und 3 Tage

Es schmerzte ihn, dass ein so junger Mensch dort begraben lag. Als er sich dem nächsten Stein zuwandte, las er:

Yamir Kalib, lebte 5 Jahre, 8 Monate und 3 Wochen

Der Suchende war zutiefst erschüttert und als er nach und nach die Inschriften der anderen Gräber entzifferte, bemerkte er, dass der älteste von ihnen kaum länger als als 11 Jahre gelebt hatte. Von unendlichem Schmerz überwältigt, setzte er sich nieder und weinte.

Ein Friedhofswärter kam des Weges und fragte, ob es um einen Familienangehörigen trauerte. Als der Suchende dies verneinte und fragte, was denn in diesem Dorf geschehen sei, dass so viele Kinder auf diesem Friedhof beerdigt werden mussten. Der Friedhofsgärtner lächelte und sagte, dass hier keine Kinder lägen, sondern es in diesem Dorf einen alten Brauch gäbe.

„Unser Brauch ist, dass jeder Mensch im Alter von 15 Jahren ein kleines Heft geschenkt bekommt, welches er um den Hals trägt. Von diesem Moment an wird jeder Augenblick, in dem einem etwas sehr Schönes widerfährt, in diesem Büchlein festgehalten. Links wird aufgeschrieben, was uns glücklich gemacht hat und rechts, wie lang die Freude über das Glück angehalten hat. Und so wird jeder einzelne Glücksmoment in diesem Büchlein festgehalten. Und wenn jemand stirbt, so ist es unser Brauch, sein Büchlein aufzuschlagen und die Glücksmomente zusammenzurechnen, um das Ergebnis auf sein Grab zu schreiben. Denn für uns ist einzig und allein dies die wirklich gelebte Zeit.“

Ich wünsche uns allen so ein Buch gelebter Glücksmomente. Vielleicht ist das eine Möglichkeit, ein Gegengewicht zu den vielen Katastrophen unserer Zeit zu schaffen.

Die wahre Geschichte von Thomas Alva Edison

Eines Tages kam der kleine Thomas Edison von der Schule nach Hause und gab seiner Mutter eine Mitteilung seiner Lehrerin. Er sagte ihr: „Die Lehrerin hat gesagt, dass ich nur dir diesen Brief geben darf.“ 
Die Augen seiner Mutter waren von Tränen erfüllt, als sie ihm diesen Brief laut vorlas: „Ihr Sohn ist ein Genie. Diese Schule kann ihn nicht entsprechend fördern, da wir nicht genug gute Lehrer haben. Bitte unterrichten sie ihn ab jetzt selbst.“

Viele, viele Jahre später – seine Mutter war längst gestorben und Thomas, einer der größten Erfinder seines Jahrhunderts – kramte Thomas in alten Familiensachen. Plötzlich sah er in der Ecke einer Schreibtischschublade einen gefalteten Zettel. Es war diese bewusste Mitteilung seiner ehemaligen Lehrerin und er öffnete sie. In dem Brief stand: „Ihr Sohn ist geistig unterbemittelt und wir möchten ihn nicht mehr an unserer Schule unterrichten. Bitte tun Sie dieses selbst.“
 Edison weinte daraufhin sehr lange und schrieb in sein Tagebuch: „Thomas Alva Edison war ein geistig unterbemitteltes Kind und wurde durch die heldenhafte Tat seiner Mutter zu einem der größten Genies dieses Jahrhunderts.“

Ich bitte alle Menschen, mehr auf ihr eigenes Herz zu hören als auf das, was andere sagen.

Die Welt

Ein kleiner Junge kam zu seinem Vater und wollte mit ihm spielen. Der aber hatte keine Zeit für den Jungen und auch keine Lust zum Spiel. Also überlegte er, womit er seinen Sohn beschäftigen könnte.

Er fand in einer Zeitschrift eine komplizierte und detailreiche Abbildung der Erde. Dieses Bild riss er aus und zerschnitt es dann in viele kleine Teile. Das gab er dem Jungen und dachte, dass der nun mit diesem schwierigen Puzzle wohl eine ganze Zeit beschäftigt sei.

Der Junge zog sich in eine Ecke zurück und begann mit dem Puzzle. Nach wenigen Minuten kam er zum Vater und zeigte ihm das fertig zusammengesetzte Bild.
Der Vater konnte es kaum glauben und fragte seinen Sohn, wie er das geschafft habe.

Das Kind sagte: „Ach, auf der Rückseite war ein Mensch abgebildet. Den habe ich richtig zusammengesetzt. Und als der Mensch in Ordnung war, war es auch die Welt.“
Quelle unbekannt

Ab vor die Tür

Ich hatte eine ganz besondere Oma. Sie war nicht meine wirkliche Großmutter, sondern eine Nachbarin, die ich im Alter von 6 Jahren als meine “Oma” auserkoren hatte. Sie war Anfang 60 – für mich als Kind natürlich eine “alte Frau” – und alleinstehend. Inzwischen bin ich selbst 67 Jahre und sehe das selbstverständlich etwas anders.

Aber meine Oma war wirklich besonders. Sie hatte mehrere Tiere: eine Katze, einen Schäferhund, ein Kaninchen und einen Wellensittich. Alle Tiere bewegten sich oft frei in ihrer Wohnung und schienen sich zu vertragen: die Katze jagte den Wellensittich nicht, Hund und Katze verhielten sich nicht so, wie ich es von Hund und Katze gewöhnt war. Meine Oma machte auch sonst noch Dinge, die man von einer Frau damals nicht unbedingt erwartete. Sie hatte damals schon ein Auto und fuhr damit in der “Welt” herum. Außerdem spielte sie leidenschaftlich Karten – sie zockte gerne. Sie schien immer das zu tun, wonach ihr zumute war. Ich wusste zwar damals noch nicht so ganz genau, was sich für eine ältere Frau gehört und was nicht, aber ich spürte, dass sie anders war. Ihr Leben schien immer bunt zu sein und sie hatte viel Spannendes zu erzählen.

Auch mir gegenüber verhielt sich meine Oma anders als ich es von meinen Eltern gewöhnt war. Bei ihr bekam ich soviel Süßigkeiten wie ich wollte, ich musste nichts essen, was mir nicht schmeckte, nur weil es gesund war. Wenn ich bei ihr übernachtete, durfte ich so lange aufbleiben, wie ich wollte. Ich hatte immer das Gefühl, alles tun zu können, was ich wollte. Trotzdem bekam ich alle Konsequenzen meines Handelns liebevoll, aber direkt vermittelt. Wenn mir schlecht war, weil ich zu viel Süßigkeiten gegessen hatte, nahm sie mich in den Arm, tröstete mich, aber erklärte mir, wie mein “Innenleben” funktionierte. Wenn ich morgens nicht aufstehen mochte, weil ich zu spät ins Bett gegangen war, nahm sie mich an der Hand, unterstützte mich beim Waschen und Ankleiden – aber aufstehen musste ich trotzdem. Auf diese Weise lernte ich sehr schnell, mich selbst zu begrenzen und darauf zu achten, was mir gut tat und was nicht.

Sie war für mich da, wenn ich sie brauchte, sie tröstete mich, wenn mir etwas weh tat oder wenn ich traurig war. Sie machte mir keine Vorwürfe, wenn mir ein Missgeschick passiert war. Sie war mir nicht böse, wenn ich etwas verbockt hatte, sondern sie half mir, es wieder auszubügeln.

Sie war einfach die tollste Oma auf der Welt für mich.

Nur eines konnte meine Oma absolut nicht leiden: schlechte Laune. Es war für sie unhöflich, andere Menschen mit der eigenen Unzufriedenheit zu belasten oder diese sogar dafür verantwortlich zu machen. Deshalb war Übellaunigkeit für ein gelingendes Miteinander von Menschen nicht zu akzeptieren. Wenn ich mal quengelte oder maulte, war meine Oma konsequent streng. Sie nahm mich an den Schultern oder im Nacken und schob mich vor die Tür mit den Worten: “Ich glaube, du brauchst mal ein bisschen frische Luft und musst mal etwas draußen spielen. Wenn es dir besser geht, kannst du wieder reinkommen.” Auch an diese Situationen erinnere ich ich gut. Ich stand im ersten Moment sauer und grantig im Freien, trat gegen die Steinchen auf dem Kiesweg, trottete unschlüssig im Garten herum. Aber meist dauerte es nicht lange, bis ich irgendetwas Interessantes in der Natur entdeckte und mich dann neugierig der Erkundung “der Welt” zuwandte, so dass ich schnell vergaß, wie ich eigentlich ins Freie gelangt war.

Diese Haltung meiner Oma – liebevoll, selbst neugierig, selbstverantwortlich – hat mich bis heute geprägt. Ich habe viel Freude am Leben, manchmal schicke ich mich auch selbst vor die Tür, um in der Natur wieder meine Mitte zu finden.

Manchmal denke ich, dass es sicher manchem Menschen gut tun würde, vor die Tür zu gehen und ein wenig zu spielen …

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Das Ganze ist mehr als die Summe der Einzelteile!

Aus einem indischen Märchen, das in vielen verschiedenen Versionen überliefert und weitererzählt wird:

Es waren einmal sechs blinde indische Kinder, die im Schulunterricht einer zweiten Klasse saßen. Auf dem Lehrplan stand Naturkunde und Thema des Tages war der Elefant. Der Lehrer hatte lange überlegt, wie er dieses Lebewesen seinen Schülern am besten nahe bringen könnte. Da in der Blindenschule das Berühren und Betasten neben dem Hören eine große Rolle spielt, entschloss er sich, einen lebenden Elefanten als Lernbeispiel zu nehmen, um die Kinder ihre eigenen Erfahrungen machen zu lassen. Er führte sie zu einem Elefanten; jedes Kind hatte Zeit, sich mit ihm zu beschäftigen und den anderen mitzuteilen, mit was, nach ihren bisherigen Erfahrungen, der Elefant vergleichbar wäre.

5

Aber was ergibt das zusammen: Eine Schlange und ein welkes Blatt und ein Baum und ein Zweig und eine Höhle und ein hoher Berg?

Der Lehrer war zunächst ratlos, aber dann ließ er den Kindern Zeit und Raum. Die Kinder blieben nicht an einer Stelle, sie bewegten sich und während der gesamten Zeit kommunizierten sie miteinander und mit dem Elefanten, der sich selbst auch bewegte und auf die Bewegungen und Berührungen der Kinder reagierte.
So entstand nach und nach ein (fast) komplettes Bild des Elefanten bei allen Kindern.

In meiner Diagnostik beobachte ich die Menschen in verschiedenen Situationen. Manchmal wende ich auch Tests an, besonders im kognitiven Bereich. Dann bemühe ich mich, im Dialog mit dem Menschen und eventuell anderen beteiligten Personen, ein ganzheitliches Bild zu erstellen.

Hierzu möchte ich Oliver Sacks, einen bekannten US-amerikanischen Neurologen und Schriftsteller zitieren:

“Nach all den Tests war ich immer noch verwirrt. Stephen erschien zugleich sehr behindert und sehr begabt. Waren nun seine Behinderungen und seine Begabungen völlig getrennt oder auf einer tieferen Ebene ineinander verwoben? Gab es Eigenschaften, wie die autistische Detailtreue und Konkretheit, die in manchen Zusammenhängen Begabungen und in anderen Beeinträchtigungen waren? Die Tests riefen auch ein Unbehagen in mir hervor, als hätte ich tagelang versucht, Stephen auf Behinderungen und Begabungen zu reduzieren, ohne ihn als Menschen, als Ganzes zu sehen.”

Letztendlich gilt für mich der Satz von Antoine de Saint-Exupéry: Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

Die Ganzheitliche Entwicklungsbegleitung Doering

Wenn du Menschen in ihrer Entwicklung begleiten willst,
dann versuche nicht, sie zu ändern, ändere dich selbst.
Waltraut Erika Doering

Was ist GEB ist ein psychologisch/pädagogisches Konzept für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Grundlage ist eine Haltung, die vom Respekt vor der Individualität des Menschen in seinen unterschiedlichen Ausdrucksmöglichkeiten ausgeht. Diese Sichtweise schließt das Anwenden einer starren Methodik und unveränderlichen Übungsprogrammen aus.

Die Ganzheitliche Entwicklungsbegleitung sieht jeden Menschen in seiner Einzigartigkeit und seiner Einheit von Körper, Seele und Geist. Jeder Mensch trägt sein gesamtes Potenzial in sich – er ist in sich vollkommen und mit ganz spezifischen Eigenschaften und Fähigkeiten ausgestattet.

Die Aufgabe des Entwicklungsbegleiters bzw. der Entwicklungsbegleiterin besteht darin, Bedingungen zu schaffen, in denen ein Mensch dieses Potenzial zur Entfaltung bringen kann.

Da jeder Mensch seine Welt und Wirklichkeit in einem Wechselspiel von Stabilität und Instabilität selbst konstruiert und dementsprechend Entwicklungsprozesse von außen nicht gelenkt oder gestaltet werden können, beschränkt sich die Ganzheitliche Entwicklungsbegleitung auf die Gestaltung von Rahmenbedingungen und den sensiblen Umgang mit stabilen und instabilen Phasen.

Ausgangspunkt der Interventionen in der Ganzheitlichen Entwicklungsbegleitung ist der Moment der Begegnung, der Augenblick, in dem der Kontakt stattfindet. Die Entwicklungsbegleiterinnen und Entwicklungsbegleiter beziehen sich auf die zu diesem Zeitpunkt aktuellen Befindlichkeiten des Menschen und Gegebenheiten der jeweiligen Situation.

Die Ganzheitliche Entwicklungsbegleitung ermöglicht über gelungene Dialoge, dass ein Mensch seine Bewusstseins- und Beziehungsfähigkeit erweitern kann. Sie eröffnet neue und kreative Entwicklungswege.