BemerkensWERT

Wirklich bemerkenswert ist nicht,
was ein Mensch leistet, sondern
was ihn innerlich bewegt.
Viktor Frankl

Viktor Frankl lädt genau zu dieser stillen Tiefe ein: hinzuschauen, was einen Menschen innerlich bewegt, ohne zu bewerten, ohne zu drängen.

Gerade heute wirkt seine Haltung fast wie ein Gegenpol zur Beschleunigung:
nicht optimieren, nicht erklären, sondern wahrnehmen.

Das wirklich Bemerkenswerte zeigt sich dann oft ganz leise – im Sinn, den ein Mensch seinem Erleben gibt.

Ich möchte in dieser Rubrik bemerkenswerte Texte, Filme, Bücher, die mir „über den Weg laufen” an euch weitergeben. Vielleicht hält ja die eine oder der andere von euch es auch für wert, dies wahrzunehmen oder zu beachten.

Wer bin ich? - unterwegs in meiner eigenen Kutsche

In meinem letzten Beitrag stand die Frage im Mittelpunkt: Wer bin ich? Die Gedanken von Descartes und Damasio haben dabei einen Weg sichtbar gemacht – vom Denken hin zum Fühlen als Grundlage unseres Menschseins.

Die Geschichte von der Kutsche, die Jorge Bucay erzählt, eröffnet noch einmal eine neue Perspektive auf diese Frage.

Ein Mensch erhält eines Tages ein besonderes Geschenk: eine wunderschöne Kutsche. Sie ist sorgfältig gearbeitet, elegant und bequem. Alles scheint genau zu ihm zu passen. Zunächst sitzt er darin und genießt den Anblick der Landschaft. Doch bald merkt er, dass sich nichts verändert. Die Kutsche steht still.

Ein Hinweis von außen macht ihn darauf aufmerksam, dass etwas fehlt: Eine Kutsche braucht Pferde. Also sucht er zwei kräftige Pferde und spannt sie an. Endlich bewegt sich die Kutsche. Die Fahrt ist aufregend, voller neuer Eindrücke. Doch schon bald merkt er, dass die Pferde unruhig sind. Sie ziehen ihn mal hierhin, mal dorthin, ohne dass er Einfluss auf den Weg hat. Die Fahrt wird anstrengend und sogar gefährlich.

Wieder erhält er einen Hinweis: Es fehlt noch jemand – der Kutscher. Erst als er einen erfahrenen Kutscher findet und dieser die Zügel übernimmt, verändert sich die Situation grundlegend. Die Pferde werden geführt, die Geschwindigkeit angepasst, der Weg bewusst gewählt. Nun wird die Fahrt ruhig, sicher und angenehm. Jetzt kann er die Reise wirklich genießen.
(Buchtipp: Jorge Bucay, Drei Fragen – Wer bin ich? Wohin gehe ich? Und mit wem?)

In dieser Allegorie lassen sich drei Ebenen unseres Menschseins erkennen: der Körper als Kutsche, der uns durch das Leben trägt; die Gefühle als Pferde, die uns in Bewegung bringen; und der Geist als Kutscher, der Orientierung gibt und Entscheidungen ermöglicht.

Keine dieser Ebenen kann für sich allein bestehen. Ein starker Körper ohne innere Bewegung bleibt stehen. Starke Gefühle ohne Orientierung können uns in Richtungen führen, die wir nicht gewählt haben. Und reines Denken ohne Verbindung zu Körper und Gefühl bleibt ohne lebendige Erfahrung.

Vielleicht sind wir nicht nur das, was wir denken. Und auch nicht nur das, was wir fühlen. Wir sind das Zusammenspiel von Körper, Gefühl und Geist – das lebendige Unterwegssein in unserer eigenen Kutsche. Wenn alle drei miteinander in Beziehung stehen, entsteht Orientierung, Bewegung und Erfahrung.

Vielleicht liegt genau darin eine mögliche Antwort auf die Frage: Wer bin ich?

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Wer bin ich?

Manchmal beginnt eine große Frage mit einem einfachen Satz.
René Descartes formulierte im 17. Jahrhundert einen Gedanken, der die Philosophie bis heute prägt: „Cogito, ergo sum – Ich denke, also bin ich.“

Descartes suchte nach einer Gewissheit, an der kein Zweifel möglich ist. Alles konnte unsicher sein: unsere Wahrnehmungen, unsere Überzeugungen, vielleicht sogar die Welt selbst. Doch eines blieb: Während ich zweifle, denke ich. Und solange ich denke, existiere ich. Das denkende Ich wird zum sicheren Ausgangspunkt.

Viele Jahrhunderte lang hat dieser Gedanke unser Menschenbild geprägt. Der Mensch erschien vor allem als vernünftiges Wesen – als ein Wesen, das denkt.

Erst viel später hat der Neurologe Antonio Damasio diesen Blick erweitert. In seinem Buch „Descartes’ Irrtum“ zeigt er, dass Denken und Fühlen nicht getrennt voneinander existieren. Gefühle sind kein Gegensatz zur Vernunft. Sie sind eine Grundlage unseres Bewusstseins. Aus dieser Einsicht entsteht ein neuer, beinahe spiegelnder Satz:
„Ich fühle, also bin ich.“

Gerade in unserer Zeit bekommt dieser Gedanke eine besondere Bedeutung. Maschinen können heute vieles übernehmen, was wir früher für eine ausschließlich menschliche Fähigkeit hielten: rechnen, analysieren, sogar Texte schreiben. In gewisser Weise können Computer also denken.
Aber fühlen können sie nicht.

Gefühle entstehen aus unserem leiblichen Dasein, aus Beziehung, aus dem Berührtwerden durch die Welt. Vielleicht liegt genau hier das Geheimnis unseres Menschseins: nicht im Denken allein, sondern im Zusammenspiel von Fühlen, Wahrnehmen und Denken.

Vielleicht beginnt die Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“ genau dort – in dem, was uns innerlich bewegt.

Wer bin ich

Magic Moves Kids

Zehn Kinder mit Hemiparese, zwei berühmte Magier, ein Magie-Camp – und ein Expertenteam des Universitätsklinikums München:

Magic Moves ist eine einzigartige und bewegende Kombination aus Wissenschaft und Magie. Das Projekt stellt die Frage: Kann das Erlernen von Zaubertricks, eingebettet in ein umfassendes Rehabilitationsprogramm, Kindern mit Hemiparese nicht nur zu besseren motorischen Fähigkeiten verhelfen, sondern auch ihr Selbstbewusstsein und ihre Selbstständigkeit stärken?

Zwei Wochen lang nahmen die Kinder an einem Magie-Camp mit Deutschlands bekanntestem Magierduo, den Ehrlich Brothers, teil – begleitet von einem Team aus 20 Ärzt:innen, Forscher:innen und Therapeut:innen. Täglich fanden intensive Therapieeinheiten statt, und die Fortschritte der Kinder wurden sorgfältig dokumentiert.

Am Ende der zwei Wochen präsentierten die Kinder ihre neu erlernten Fähigkeiten in einer spektakulären und emotionalen Show vor Familie und Freund:innen. Die Teilnehmenden hoffen, damit neue therapeutische Ansätze zur Unterstützung von Kindern mit Hemiparese anzustoßen.

Die komplette Staffel gibt’s zum Streamen bei zdftivi.de oder unter Magic Moves

Magic Moves Kids

Gehen für den Frieden

In den letzten Wochen ist etwas BemerkensWERTES geschehen, das kaum in den großen Nachrichten auftauchte: Fast zwei Dutzend buddhistische Mönche sind zu Fuß von Texas nach Washington, D.C. gegangen – rund 3.700 km, über 108 Tage.

Walk for peace

Diese Friedenswallfahrt richtete sich nicht gegen etwas, sondern die Mönche gingen für Achtsamkeit, Mitgefühl und Frieden.
Gerade in der heutigen Zeit bekommt ein solch stiller Marsch eine besondere Bedeutung.

Hier könnt ihr einen Bericht von ABC-News
oder ein paar Momentaufnahmen
ansehen.

Dieser walk for peace gibt wieder ein Stückchen Hoffnung, dass es auch in den heutigen chaotischen Zeiten Zeit für etwas anderes geben könnte.

Vielleicht ist jetzt die Zeit!?
Nicht für schnelle Antworten,
sondern für die Hingabe
an die wesentlichen Fragen,
nicht für weitere Polarisierung,
sondern für ein Miteinander
und ein offenes Herz.
Vielleicht ist jetzt diese Zeit?

(Verfasser unbekannt / zeitgenössischer Impulstext)

Gehen fuer den Frieden

Perspektivwechsel

Entwicklungsbegleitung bedeutet Liebe
Nein, die Wahrheit ist
Dass Entwicklungsbegleitung zuallererst Mühe und Arbeit ist
Ich glaube nicht
Dass ich ausreichend Geduld aufbringen kann
Dass ich zu meiner inneren Balance finden kann
Dass ich mich selbst genügend lieben kann
Es ist doch so
Dass die Menschen immer schwieriger werden
Ich weigere mich zu glauben
Dass ich mit meiner Begleitung etwas bewegen kann in dieser Welt
Dass ich die Menschen mit anderen Augen sehen kann
Es ist doch ganz klar
Dass die Liebe auf der Erde fehlt
Ich kann unmöglich glauben
Nichts wird sich verändern
Es wäre gelogen, würde ich sagen:
Mit meiner Entwicklungsbegleitung kommt Liebe auf die Welt!

Und nun lest den Text bitte von unten nach oben!

Perspektivwechsel

Der eine Satz, der alles in deiner Familie verändert

Heute möchte ich euch ein bemerkenswertes Video vorstellen: Ich hab dich lieb, weil du bist, wie du bist

In diesem inspirierenden Video spricht André Stern in einem Interview darüber, wie ein einziger einfacher Satz unser Familienleben grundlegend verändern kann. Es geht um die Haltung, mit der wir Kinder sehen – nicht als Projekte, die es zu optimieren gilt, sondern als begeisterte, lebendige Menschen, deren Neugier und Entwicklung wir begleiten dürfen.

Warum dieses Video bemerkenswert ist

  • Es eröffnet eine Haltung, die in der Entwicklungsbegleitung zentral ist: nicht korrigieren – begleiten.
  • Es legt den Fokus auf Begeisterung und Vertrauen in Entwicklung.
  • Es eignet sich sehr gut als Impuls für Eltern und Fachkräfte – sowohl emotional als auch reflektiv.
Der eine Satz

Herr Bachmann und seine Klasse

Ein Film von Maria Speth.

Dieser Film ist eine mehr als dreistündige Dokumentation des Schulalltags von einem Lehrer und seiner bunt gemischten Klasse.

Ich finde das, was dort gezeigt und berichtet wird, wirklich bemerkenswert.

Über die Bundeszentrale für politische Bildung
Herr Bachmann und seine Klasse

Auf youtube gibt es den Film auch.

Herr Bachmann und seine Klasse

Entwicklungsbegleitung Doering gegen rechts

Die Herausforderungen, die mit dem Erstarken rechtsextremer Tendenzen einhergehen, erfordern nicht nur politisches Engagement, sondern auch einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel. In diesem Kontext spielt die Entwicklungsbegleitung Doering eine wichtige Rolle. Dieser vielschichtige Ansatz vereint Erkenntnisse aus verschiedenen Theorien und Methoden, um eine umfassende und individuell angepasste Unterstützung zu bieten. Der Doering-Ansatz basiert auf drei Säulen: Systemisch-konstruktivistische Grundlagen, die Einheit von Körper, Seele und Geist, verbunden mit der psychomotorischen Praxis Aucouturier, sowie hirnorganische Forschungen. Ein wichtiger weiterer Faktor ist die Balance der beiden Grundbedürfnisse eines Menschen (Verbundenheit und Autonomie), um Angst und Unsicherheit zu reduzieren.

Wir stehen an einem Wendepunkt! Jeden Tag sehen wir, wie Angst und Unsicherheit in unserer Gesellschaft zunehmen. Es ist Zeit, mutig zu handeln und einen Weg zu wählen, der nicht nur auf Protest basiert, sondern auch auf basaler persönlicher Entwicklung. Mit der Entwicklungsbegleitung Doering haben wir die Chance, uns und unsere Gesellschaft grundlegend zu verändern. Es geht um mehr als nur politisches Engagement; es geht um die Transformation unseres Bewusstseins und unserer Herzen. Lasst uns gemeinsam die Grundlagen für eine inklusive und tolerante Gesellschaft schaffen, in der sich jeder sicher und verbunden fühlt und durch Eigeninitiative zum Gelingen des Ganzen beitragen kann.

Die Entwicklungsbegleitung Doering bietet nicht nur die Möglichkeit, sich aktiv gegen rechtsextreme Strömungen zu stellen, sondern auch die eigene Haltung zu stärken und im Einklang mit den eigenen Werten zu leben.

Jetzt ist der Moment, in dem Deine Stimme und Dein Handeln zählt! Entdecke, wie Du persönlich zum gesellschaftlichen Wandel beitragen kannst! Informiere Dich über die Entwicklungsbegleitung Doering und nutze die Chance, einen positiven Wandel in Deinem Umfeld zu bewirken. Lasst uns gemeinsam “laut gegen rechts” werden und eine Welt voller Liebe, Verständnis und Respekt gestalten.

EB gegen rechts

Der Suchende

Ein Mann machte sich auf den Weg in das Dorf Kammir. Kurz vor dem Ort entdeckte er einen kleinen Friedhof. Neugierig ging er durch das Tor und begann, die Inschriften auf den Grabsteinen zu lesen.

Zu seinem Erschrecken standen dort Lebenszeiten wie: acht Jahre, fünf Jahre oder elf Jahre. Tief bewegt fragte er sich, welches Unglück dieses Dorf getroffen haben musste, dass hier so viele Kinder begraben lagen.

Ein Friedhofswärter bemerkte seine Bestürzung und erklärte ihm schließlich den besonderen Brauch des Dorfes.

Jeder junge Mensch erhalte mit fünfzehn Jahren ein kleines Heft. In diesem Heft würden im Laufe des Lebens all jene Momente festgehalten, in denen jemand wirklich glücklich war – und auch, wie lange dieses Glück anhielt. Wenn ein Mensch stirbt, werden alle diese Zeiten zusammengerechnet. Die Summe wird auf den Grabstein geschrieben.

Denn für die Menschen in diesem Dorf zählt nicht die Zeit, die vergeht – sondern die Zeit, die wirklich gelebt wurde.

Nach einer Geschichte von Jorge Bucay („Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“).

Ich wünsche uns allen so ein Buch gelebter Glücksmomente. Vielleicht ist das eine Möglichkeit, ein Gegengewicht zu den vielen Katastrophen unserer Zeit zu schaffen.

Der Suchende

Die wahre Geschichte von Thomas Alva Edison

Eines Tages kam der kleine Thomas Edison von der Schule nach Hause und gab seiner Mutter eine Mitteilung seiner Lehrerin. Er sagte ihr: „Die Lehrerin hat gesagt, dass ich nur dir diesen Brief geben darf.“ 


Die Augen seiner Mutter waren von Tränen erfüllt, als sie ihm diesen Brief laut vorlas: „Ihr Sohn ist ein Genie. Diese Schule kann ihn nicht entsprechend fördern, da wir nicht genug gute Lehrer haben. Bitte unterrichten sie ihn ab jetzt selbst.“

Viele, viele Jahre später – seine Mutter war längst gestorben und Thomas, einer der größten Erfinder seines Jahrhunderts – kramte Thomas in alten Familiensachen. Plötzlich sah er in der Ecke einer Schreibtischschublade einen gefalteten Zettel. Es war diese bewusste Mitteilung seiner ehemaligen Lehrerin und er öffnete sie.
In dem Brief stand: „Ihr Sohn ist geistig unterbemittelt und wir möchten ihn nicht mehr an unserer Schule unterrichten. Bitte tun Sie dieses selbst.“


Edison weinte daraufhin sehr lange und schrieb in sein Tagebuch: „Thomas Alva Edison war ein geistig unterbemitteltes Kind und wurde durch die heldenhafte Tat seiner Mutter zu einem der größten Genies dieses Jahrhunderts.“

Quelle: unbekannt, historisch nicht belegt.

Ich wünsche allen Menschen, dass sie mehr auf ihr eigenes Herz hören können als auf das, was andere sagen.

Thomas Alva Edison